Über 40 Veranstaltungen: Erste Fachwoche für Arbeitgebermarketing

Arbeitgeberschmiede Südwestfalen lädt vom 2. bis 6. März 2026 zur Fachwoche für Arbeitgebermarketing – Online und vor Ort –

Eine Woche lang wird Südwestfalen zur Bühne für modernes Arbeitgebermarketing. In der ersten Fachwoche für Arbeitgebermarketing
vom 2. bis 6. März 2026 zeigt die Region, welche starken Lösungen Unternehmen, Organisationen und Netzwerke bereits heute auf die Beine
stellen – und das trotz herausfordernder Zeiten. Über 40 Veranstaltungen sind geplant – online und vor Ort. Sie macht zahlreiche gute Beispiele aus
der Region sichtbar, was Unternehmen und Kommunen tun können, um sich als Top-Arbeitgeber aufzustellen. Initiiert wird die Fachwoche von den
Projektpartnern der „Arbeitgeberschmiede Südwestfalen“, koordiniert durch das Regionalmarketing der Südwestfalen Agentur GmbH. Die Teilnahme an
der Fachwoche ist kostenlos, Anmeldungen sind ab sofort möglich.

„Gesundheitsscouts“ erneut erfolgreich qualifiziert

Großes Interesse an gesundheitsfördernden Maßnahmen

Stärkung und Erhalt der Gesundheit von Mitarbeitern spielen im betrieblichen Alltag eine immer größere Rolle: Gründe sind das wachsende Durchschnittsalter der Beschäftigten und der anhaltende Mangel an Fach- und Arbeitskräften. Zum einen zwingt die schlechte Wirtschaftslage viele Betriebe zur Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Mitarbeiter. Zum anderen wird die Strukturkrise durch den Fach- und Arbeitskräftemangel verschärft, wie die jüngste Konjunkturumfrage der IHK Siegen zeigt: 39 % der Unternehmen geben hier an, offene Stellen nicht besetzen zu können.
„Trotz der fehlenden wirtschaftlichen Dynamik wird der Fachkräftemangel noch immer von rund der Hälfte der Betriebe in Südwestfalen als Risiko für die eigene Entwicklung eingeschätzt. Aus gutem Grund investieren Arbeitgeber deshalb zunehmend in die Gesundheit ihrer Beschäftigten“, erklärt Stephan Häger von der IHK Siegen. „Eine Investition, die sich auszahlt: Ein gesundes Arbeitsumfeld steigert die Produktivität, stärkt das Unternehmensimage und hilft, Mitarbeiter langfristig zu binden. So können dringend benötigte Fachkräfte gewonnen und gehalten werden.“ Gesundheitsfördernde Maßnahmen wirken gleich mehrfach: Sie reduzieren krankheitsbedingte Fehlzeiten, erhöhen Motivation und Zufriedenheit der Belegschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Berufskrankheiten.
Gerade kleine Unternehmen sind jedoch häufig unsicher, welche Maßnahmen sinnvoll und praktikabel sind. Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis Demografie die Workshop-Reihe der Gesundheitsscouts initiiert. Melanie Schreier, Projektkoordinatorin der Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe, erläutert: „Gesundheitsscouts sind Beschäftigte, die innerhalb des Unternehmens Impulse für die betriebliche Gesundheitsförderung setzen. Sie sensibilisieren für das Thema Gesundheit, stoßen Veränderungen an und erarbeiten Maßnahmen, die den Arbeitsalltag nachhaltig verbessern.“
Gesundheitsscouts: Mit Workshops zum Ziel
In fünf Workshops erarbeiteten die teilnehmenden Unternehmensvertreter aus unterschiedlichen Branchen wertvolle Erkenntnisse rund um das Thema Betriebliche Gesundheit. Neben Impulsvorträgen standen dabei auch praxisnahe Übungen auf dem Programm. Zum Auftakt führte Referentin Maria Röming in das Thema „Gesundheitsscouts – Individuelle Gesundheit im Fokus“ ein und gab konkrete Handlungsempfehlungen für den Einstieg ins Betriebliche
Gesundheitsmanagement (BGM). Besonderes Augenmerk legte sie dabei auf die Arbeitsorganisation und deren Einfluss auf die individuelle Gesundheit.
In der zweiten Sitzung beleuchtete Rainer Henkel von der AOK NordWest die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung aus Sicht der Krankenkassen. Arbeitspsychologin Anja Feldmann und Dr. Regine Breuer vom Arbeitsmedizinischen Zentrum (AMZ) Siegerland e.V. präsentierten neue Perspektiven im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Der Fokus lag hier auf den Chancen, die sich durch eine enge Vernetzung zwischen Unternehmen und Fachexperten ergeben. Katrin Arens (Soulworker) widmete sich dem Thema gesunde Selbstführung und zeigte auf, wie diese zur erfolgreichen Mitarbeiterbindung beitragen kann.
Bei der Abschlussveranstaltung gab Sonja Bähr von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V. praxisnahe Tipps für mehr Bewegung und Haltungsvielfalt im Büroalltag. Sie thematisierte unter anderem den Einsatz höhenverstellbarer Schreibtische, kurze Aktivpausen sowie Impulse für mehr mentales Wohlbefinden während der Arbeit. Den Abschluss der Reihe gestaltete wiederum Maria Röming, die den Bogen zum ersten Workshop schlug. Mit „7 Schritten zum BGM“ stellte sie eine Prozessanleitung für einen erfolgreichen Einstieg ins Betriebliche Gesundheitsmanagement vor.
Zum Ende der Workshopreihe erhielten die Teilnehmer ein Zertifikat sowie eine Auszeichnung, mit der sie das Thema Betriebliche Gesundheit weiter bewerben und in ihren Unternehmen verankern können.
Zum Hintergrund:
Der „Arbeitskreis Demografie“ setzt sich aus der federführenden Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe, der IHK Siegen, dem Arbeitsmedizinischen Zentrum Siegerland e.V., der AOK Nordwest Regionaldirektion Siegen, dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region Südwestfalen, den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein und Olpe, der Universität Siegen sowie dem Kreis Siegen-Wittgenstein zusammen. Ziel der regionalen Kooperation ist ein gemeinsames Service- und Informationsangebot zum Thema Gesundheitsmanagement, insbesondere für die betriebliche Praxis.

Bildzeile: Die Teilnehmer des Workshops erhielten in der IHK Siegen ihre Zertifikate.

Neue Wege – gleiche Chancen: Wie Inklusion Betriebe bereichert

Vom 1. bis 5. Dezember 2025 findet bundesweit die Woche der Menschen mit
Behinderung statt. Auch die Agentur für Arbeit Siegen beteiligt sich mit
verschiedenen Aktionen, um auf die Chancen und Möglichkeiten beruflicher
Inklusion aufmerksam zu machen. Anlass ist der Internationale Tag der Menschen
mit Behinderungen am 3. Dezember.

Unter dem Motto „Inklusion bringt weiter“ steht in dieser Woche die Teilhabe von
Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsleben besonders im Mittelpunkt. Die
Agentur für Arbeit Siegen möchte insbesondere Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber
ansprechen, die sich mit Fragen zur Beschäftigung oder Einstellung von Menschen mit
gesundheitlichen Einschränkungen befassen.

Exklusive Telefonberatung für Arbeitgeber
Am Dienstag, 2. Dezember und Donnerstag, 4. Dezember, jeweils von 9 bis 15 Uhr,
bietet die Agentur für Arbeit Siegen eine Hotline speziell für Arbeitgeber an.
Unter der Telefonnummer 0271 2301 900 stehen Expertinnen und Experten der Agentur
für Arbeit und die Fachberaterinnen der einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber,
Frau Ursula Zumbrock (Integrationsfachdienst Reselve gGmbH) und Frau Verena Kurth
(Handwerkskammer Südwestfalen) für Fragen rund um Beschäftigung, Qualifizierung
und Förderung von Menschen mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen zur
Verfügung.

Typische Anliegen könnten sein:

• Was passiert, wenn mein Mitarbeiter langfristig erkrankt, ich aber die
Beschäftigung erhalten möchte?
• Wie kann ich beeinträchtigte Beschäftigte weiterqualifizieren, wenn für eine
neue Aufgabe bestimmte Kenntnisse fehlen?
• Welche Unterstützung gibt es, wenn ich eine Bewerberin oder einen
Bewerber mit gesundheitlichen Einschränkungen einstellen möchte?

Erfolgsgeschichten aus der Region
Dass Inklusion gelingen kann, zeigen viele Beispiele aus der Region und der Beratungspraxis der Rehabilitationsberaterinnen und -berater der Siegener Arbeitsagentur:
Ein Krankenpfleger, der aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, absolviert derzeit mit Unterstützung der Agentur für Arbeit eine betriebliche Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen – beim gleichen Arbeitgeber, der ihm damit eine neue berufliche Perspektive eröffnete.
Ein anderer Kunde, der blind ist, nahm nach einer Phase der Arbeitslosigkeit an einer neunmonatigen Landesqualifizierung teil und fand im Anschluss eine feste Anstellung als Verwaltungsangestellter beim hiesigen Landgericht.
Solche Beispiele zeigen, dass mit individueller Beratung, passender Qualifizierung und Offenheit auf beiden Seiten – bei Arbeitgebern wie auch bei Menschen mit Beeinträchtigung – berufliche Teilhabe gelingen kann.

Gemeinsam für mehr Teilhabe
Rund die Hälfte der arbeitslosen Menschen mit Behinderung verfügt über eine abgeschlossene Berufsausbildung – das sind gut qualifizierte Fachkräfte, die gebraucht werden. In der Region arbeiten zahlreiche Akteure Hand in Hand, um Unternehmen und Betroffene zu unterstützen, Arbeitsplätze individuell zu gestalten und nachhaltige Lösungen zu finden.