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„Gesundheitsscouts“ erneut erfolgreich qualifiziert
11. Dezember 2025Großes Interesse an gesundheitsfördernden Maßnahmen
Stärkung und Erhalt der Gesundheit von Mitarbeitern spielen im betrieblichen Alltag eine immer größere Rolle: Gründe sind das wachsende Durchschnittsalter der Beschäftigten und der anhaltende Mangel an Fach- und Arbeitskräften. Zum einen zwingt die schlechte Wirtschaftslage viele Betriebe zur Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Mitarbeiter. Zum anderen wird die Strukturkrise durch den Fach- und Arbeitskräftemangel verschärft, wie die jüngste Konjunkturumfrage der IHK Siegen zeigt: 39 % der Unternehmen geben hier an, offene Stellen nicht besetzen zu können.
„Trotz der fehlenden wirtschaftlichen Dynamik wird der Fachkräftemangel noch immer von rund der Hälfte der Betriebe in Südwestfalen als Risiko für die eigene Entwicklung eingeschätzt. Aus gutem Grund investieren Arbeitgeber deshalb zunehmend in die Gesundheit ihrer Beschäftigten“, erklärt Stephan Häger von der IHK Siegen. „Eine Investition, die sich auszahlt: Ein gesundes Arbeitsumfeld steigert die Produktivität, stärkt das Unternehmensimage und hilft, Mitarbeiter langfristig zu binden. So können dringend benötigte Fachkräfte gewonnen und gehalten werden.“ Gesundheitsfördernde Maßnahmen wirken gleich mehrfach: Sie reduzieren krankheitsbedingte Fehlzeiten, erhöhen Motivation und Zufriedenheit der Belegschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Berufskrankheiten.
Gerade kleine Unternehmen sind jedoch häufig unsicher, welche Maßnahmen sinnvoll und praktikabel sind. Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis Demografie die Workshop-Reihe der Gesundheitsscouts initiiert. Melanie Schreier, Projektkoordinatorin der Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe, erläutert: „Gesundheitsscouts sind Beschäftigte, die innerhalb des Unternehmens Impulse für die betriebliche Gesundheitsförderung setzen. Sie sensibilisieren für das Thema Gesundheit, stoßen Veränderungen an und erarbeiten Maßnahmen, die den Arbeitsalltag nachhaltig verbessern.“
Gesundheitsscouts: Mit Workshops zum Ziel
In fünf Workshops erarbeiteten die teilnehmenden Unternehmensvertreter aus unterschiedlichen Branchen wertvolle Erkenntnisse rund um das Thema Betriebliche Gesundheit. Neben Impulsvorträgen standen dabei auch praxisnahe Übungen auf dem Programm. Zum Auftakt führte Referentin Maria Röming in das Thema „Gesundheitsscouts – Individuelle Gesundheit im Fokus“ ein und gab konkrete Handlungsempfehlungen für den Einstieg ins Betriebliche
Gesundheitsmanagement (BGM). Besonderes Augenmerk legte sie dabei auf die Arbeitsorganisation und deren Einfluss auf die individuelle Gesundheit.
In der zweiten Sitzung beleuchtete Rainer Henkel von der AOK NordWest die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung aus Sicht der Krankenkassen. Arbeitspsychologin Anja Feldmann und Dr. Regine Breuer vom Arbeitsmedizinischen Zentrum (AMZ) Siegerland e.V. präsentierten neue Perspektiven im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Der Fokus lag hier auf den Chancen, die sich durch eine enge Vernetzung zwischen Unternehmen und Fachexperten ergeben. Katrin Arens (Soulworker) widmete sich dem Thema gesunde Selbstführung und zeigte auf, wie diese zur erfolgreichen Mitarbeiterbindung beitragen kann.
Bei der Abschlussveranstaltung gab Sonja Bähr von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V. praxisnahe Tipps für mehr Bewegung und Haltungsvielfalt im Büroalltag. Sie thematisierte unter anderem den Einsatz höhenverstellbarer Schreibtische, kurze Aktivpausen sowie Impulse für mehr mentales Wohlbefinden während der Arbeit. Den Abschluss der Reihe gestaltete wiederum Maria Röming, die den Bogen zum ersten Workshop schlug. Mit „7 Schritten zum BGM“ stellte sie eine Prozessanleitung für einen erfolgreichen Einstieg ins Betriebliche Gesundheitsmanagement vor.
Zum Ende der Workshopreihe erhielten die Teilnehmer ein Zertifikat sowie eine Auszeichnung, mit der sie das Thema Betriebliche Gesundheit weiter bewerben und in ihren Unternehmen verankern können.
Zum Hintergrund:
Der „Arbeitskreis Demografie“ setzt sich aus der federführenden Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe, der IHK Siegen, dem Arbeitsmedizinischen Zentrum Siegerland e.V., der AOK Nordwest Regionaldirektion Siegen, dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region Südwestfalen, den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein und Olpe, der Universität Siegen sowie dem Kreis Siegen-Wittgenstein zusammen. Ziel der regionalen Kooperation ist ein gemeinsames Service- und Informationsangebot zum Thema Gesundheitsmanagement, insbesondere für die betriebliche Praxis.
Bildzeile: Die Teilnehmer des Workshops erhielten in der IHK Siegen ihre Zertifikate.
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