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„Zuhören ist meine wichtigste Aufgabe“
12. März 2026Sonja Schlüngermann über ihre Erfahrungen als Pflege-Guide bei der Gustav Hensel GmbH & Co. KG
„Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit jemandem, der schon super informiert war. Der Kollege musste das, glaube ich, einfach alles noch einmal loswerden“, erzählt Sonja Schlüngermann. Zuhören sei ihre wichtigste Aufgabe als Pflege-Guide. Die Weiterbildung dazu hat sie 2024 im Rahmen des Landesprogramms NRW „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“ absolviert. Die Pflege-Guides unterstützen ihre Kolleginnen und Kollegen bei Fragen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Wie relevant das Thema ist, zeigen aktuelle Zahlen: Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig. Rund vier von fünf werden zuhause betreut – oft von Angehörigen, die gleichzeitig berufstätig sind.
Schlüngermann arbeitet seit 2014 bei der Gustav Hensel GmbH & Co. KG, einem Unternehmen mit insgesamt über 1.000 Beschäftigten in Lennestadt-Altenhundem, Siegen und an weiteren Standorten. Nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau studierte sie berufsbegleitend und hat heute einen Master in Human Resource Management. Schon vor ihrer Ausbildung zum Pflege-Guide war sie im Unternehmen Ansprechpartnerin für soziale Fragen und im Betrieblichen Gesundheitsmanagement aktiv.
Seit einigen Jahren beschäftigt sich ein sechsköpfiges Team aus Betriebsräten sowie Personalerinnen und Personalern intensiver mit dem Thema; drei von ihnen haben die Weiterbildung zum Pflege-Guide absolviert. „Vereinbarkeitspartner zu werden ist die eine Sache, aber dafür gut ausgebildet zu sein die andere“, erklärt Schlüngermann.
Ihr Beratungsangebot wird regelmäßig genutzt. Manche Kolleginnen und Kollegen sprechen sie gezielt an, manchmal entstehen Gespräche eher zufällig. „Viele wissen gar nicht, dass sie Pflegeverantwortung haben“, sagt Schlüngermann. Dazu gehöre auch, regelmäßig für den Nachbarn einzukaufen oder zum Beispiel der Oma im Garten zu helfen. Nicht zu vergessen sei außerdem, dass es bei Pflege nicht nur um ältere Menschen, sondern etwa auch um Kinder oder Menschen mit Behinderung gehen kann.
Beim ersten Kontakt klärt sie zunächst, ob eine akute Situation vorliegt oder ob ein Termin für ein ausführlicheres Gespräch sinnvoll ist. Oft geht es zum Beispiel darum, Arbeitszeiten zu reduzieren oder flexibler zu gestalten. „Wir zeigen Möglichkeiten auf und empfehlen, offen mit den Vorgesetzten über die Situation zu sprechen. Transparenz schafft Verständnis.“
Wichtig ist Schlüngermann jedoch: Die Pflege-Guides sind keine Pflegeberatungsstelle. „Als Pflege-Guide bin ich so etwas wie ein Lotse und helfe Betroffenen dabei, die richtigen Anlaufstellen zu finden.“ Der Austausch mit den anderen Pflege-Guides im Unternehmen sei dabei wertvoll. Auch eine große Hilfe: der betriebliche Pflegekoffer vom Landesprogramm, ein digitales Angebot für die Pflege-Guides. Hier finden sie niederschwellig aufbereitet Materialien, Checklisten, Informationen zu Anlaufstellen und mehr.
Das Qualifizierungsangebot ist für Unternehmen kostenfrei durch die Finanzierung der AOK Rheinland/ Hamburg und AOK NordWest. Die Qualifizierung zum Pflege-Guide dauert rund zweieinhalb Tage. Vermittelt werden rechtliche Grundlagen, organisatorische Fragen und Gesprächsführung für Beratungssituationen. Anmeldungen sind über www.berufundpflege-nrw.de/anmeldung-pflege-guide/ möglich.
Die nächsten Schulungen finden ab dem 27. April und 6. Juli bei der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung Olpe statt. Weitere Informationen erteilen Carmen Brinker unter 02761 942200, E-Mail: suedwestfalen@kefb.de, oder Melanie Schreier von der Regionalagentur unter 0271 333-1191, E-Mail: me.schreier@siegen-wittgenstein.de. Weitere Informationen und Termine sind unter www.berufundpflege-nrw.de abrufbar.
Bild 3: Sonja Schlüngermann arbeitet im Bereich Human Resources und unterstützt als Pflege-Guide ihre Kolleginnen und Kollegen. Foto: Gustav Hensel GmbH & Co. KG
Weitere Beiträge
Landesprogramm Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
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